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Ausgefallene Geschenkartikel
Es ist schwer in einer Zeit, in der jeder alles hat, sozusagen in volle Schränke hinein zu verschenken. Von daher wird es, was im absurden Widerspruch zum Überangebot in unseren Einkaufspassagen, Shopping-Meilen und exklusiven Boutiquen steht, immer schwerer, andere zu beschenken.
Schön, dekorativ, nützlich, hilfreich, ausgefallen oder außergewöhnlich sollten die Geschenke sein. Am besten, wir sensibilisieren unsere „Schenk-Nerven“ schon früh genug im Vorfeld. Oft erhalten wir unbewusst Signale vom zum-Beschenkenden und wenn wir im Stande sind diese zu hören und zu sehen, haben wir mitunter die Möglichkeit zur Erfüllung eines Herzenswunsches. Eigentlich die ideale Form des Schenkens.
Sollte die Zeit für ein Geschenk drängen, so steht eines fest: Am sichersten ist es, den Ansatz „ausgefallen“ zu wählen. Damit liegen Sie meist richtig.
In Zeiten des Power-Konsums und überquellendem Hausrat, der spätestens beim nächsten Umzug zur Strafe wird, sind viele Menschen in den letzten Jahren dazu übergegangen Dienstleistungen oder ideelle Güter zu verschenken, Dinge, die sich verbrauchen oder gegen Bezahlung genutzt werden können.
Dazu gehören Eintrittskarten jeglicher Art: für Kinopremieren, Theater-Besuche, eine Jahreskarte für die Bibliothek, die Videothek, ein Museum Ihrer Wahl. Der Kauf einer Fitness-Studio-Mitgliedschaft oder eine 10er-Karte fürs Schwimmbad sind nie verkehrt.
Es gibt so gut wie alles zu mieten: die Porsche-Fahrt für das kleine Portemonnaie, ein Ballon-Flug für die ganze Familie, eine Spritztour mit der Harley-Davidson, einen Limousinenservice mit Chauffeur, Flüge mit historischen Doppeldeckern und einen privaten Piloten-Service. Vielleicht geht ja auch mit einem Hubschrauberflug oder einer Fahrt in einer Kutsche, in einem Lkw oder einem Bagger ein jahrelanger Wunsch in Erfüllung.
Oder soll ein Folkloregruppe, Bauchtänzerinnen oder ein Akrobat engagiert werden? Es gibt Sopranisten für das persönliche Geburtstagsständchen, Fakire, ganze Chöre und Doppelgänger zu mieten. Dichter, Hypnotiseure, Märchenerzähler und selbst jedes Kostüm, in das Sie schlüpfen wollen, ist gegen Geld zu mieten.
Aber eventuell ist es auch der alters her bekannte Gutschein, der ins Schwarze trifft, z.B. eine frei wählbare Bus- oder Zugreise, die Freikarte zu einer vorfinanzierten Stadtbesichtigung.
Manchmal sind es aber die kleinen Dinge im Leben, die Freude machen oder Erleichterung versprechen. Schon mal über ein Jahr Autowaschen für den Liebsten nachgedacht oder ein Besuch im Wellness-Center, vier Mal Friseur pro Jahr gesponsert für die Mama oder ein Massagetermin für Papa? Ein Gutschein für eine Ernährungsberatung, einen Angelausflug, eine Planwagenfahrt oder eine Floßfahrt sind nicht jedermanns Sache – außergewöhnlich auf alle Fälle.
Oft können bei einer solchen Gelegenheit neue Hobbys ausgetestet werden und wer weiß, vielleicht ist das ja der Anfang einer ambitionierten Leidenschaft, z.B. ein Drachenflug oder ein Fallschirmsprung unter Anleitung, eine Trainingsstunde auf dem Golfplatz, eine Stunde Kite-Surfen beim nächsten Badeurlaub oder die Gelegenheit einen Radsportprofi bei einer Trainingseinheit begleiten zu dürfen. Schon einmal bei einem 3-Sterne-Koch einen Kochkurs oder einen Jodelkurs bei einem alpinen Spezialisten gemacht?
Weiterbildung in der Freizeit steht im Vordergrund, denkt man an ein Geschenk wie einen Segelschein, einen Tauchschein oder einfach nur einen Sprach- oder Tanzkurs.
Kurse und Ausbildungen sind ein weites Feld. Die Volkshochschulkataloge sind dick, das Angebot ist vielseitig, wie auch außergewöhnlich. Mehrere Jahre könnte sich der Beschenkte allein hier alle möglichen nützlichen und überflüssigen Fertigkeiten und Wissen aneignen.
Was halten Sie von der Idee, dem Senior in Zeiten der Studiengebühren ein Wunschsemester seiner Wahl zu schenken? Oder Ihrer Frau, Hausfrau und Mutter Ihrer Kinder ein Fernstudium?
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